Rusna da Furns: Gemeinde setzt sich weiterhin für sauberes Trinkwasser ein
Die Gemeinde Domat/Ems bekräftigt damit ihre Null-Toleranz-Haltung bezüglich des im Grundwasserpumpwerk Bagliel nachgewiesenen Schadstoffs Trichlorethen und der Forderung, dass die nachweisbare Emission von Schadstoffen aus der Deponie ins Grundwasser gestoppt wird.
Die Grenzwerte für die Trinkwasserqualität werden aktuell eingehalten. Dennoch gelangen der krebserregende Stoff Trichlorethen sowie weitere Schadstoffe ins Grundwasser und ins Trinkwasser der Gemeinde. Es ist nicht bekannt, welche Mengen Schadstoffe in der stillgelegten Deponie derzeit noch lagern und zu welchem Zeitpunkt sie von dort entweichen werden.
Gegenstand der Beschwerde
Mit einer Beschwerde gegen die Amtsverfügung des Amtes für Natur und Umwelt (ANU) AV-2025-196 betreffend Festlegung von Überwachungsmassnahmen bei belastenden Standorten hatte die Gemeinde das Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement (EKUD) als Beschwerdeinstanz im März 2025 aufgefordert, die stillgelegte Deponie auf dem Gelände der Ems-Chemie AG als sanierungsbedürftig einzustufen oder detailliertere Untersuchungen anzuordnen.
Das mit der Amtsverfügung angeordnete Überwachungsprogramm, wonach die Deponie für weitere fünf Jahre lediglich überwacht werden soll, erachtet die Gemeinde als ungenügend. Das Konzept ist nicht darauf ausgelegt, neue Erkenntnisse zu gewinnen und erlaubt keine realistische Einschätzung des Risikopotentials.
Das EKUD ist der Auffassung, dass die Amtsverfügung nicht selbständig anfechtbar ist, sondern die gerichtliche Überprüfung erst nach Ablauf der angeordneten Überwachung möglich ist. Dies wäre frühestens nach fünf Jahren. Weil aus Sicht der Gemeinde dieses weitere Zuwarten und damit der fortwährende Schadstoffeintrag ins Grundwasser nicht verantwortbar ist, zieht die Gemeinde ihre Beschwerde nun ans Bündner Obergericht weiter.
Trinkwasserqualität hat höchste Priorität
Ziel der Gemeinde ist es, dass die schädlichen Einwirkungen der Altlasten-Deponie Rusna da Furns auf das Grundwasser sowie die Gefährdung des Trinkwassers beseitigt werden. «Die Sanierung ist notwendig, um die Grundwasserreserve der Gemeinde langfristig zu sichern», bekräftigt Gemeindepräsident Erich Kohler. «Wir benötigen per sofort umfassende Analysen innerhalb des Deponie-Geländes, eine engmaschigere und grossflächige Echtzeitüberwachung im gesamten Umfeld sowie die Sanierung der stillgelegten Deponie.»
Wird die Aufklärung weiter verzögert, besteht das Risiko eines irreparablen Schadens für Mensch und Natur: Einmal im Grundwasser, können die Stoffe nicht wieder abgebaut oder herausgefiltert werden. Domat/Ems setzt sich deshalb auch weiterhin konsequent für die Sicherheit ihrer Bevölkerung ein.